Juni 2018

Beitrag für Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte

 Wolfgang Thierse

"Heimat ist mehr als funktionierende Infrastruktur"

Warum reden gegenwärtig so viele über Begriffe (und Realitäten), die bis gestern ebenso vielen als kontaminiert erschienen, ja beinahe mit einem Tabu belegt waren? Heimat, Nation, Identität: Der Blätterwald rauscht, das Feuilleton bebt, Bücher und Artikel erscheinen, in denen mit lange nicht mehr erlebter Intensität über diese Begriffe gehandelt und gestritten wird. Und Politiker von Mitte bis rechts außen mischen mit. Zur erneuten großen Koalition gehört auf Bundesebene – man staunt – ein Heimatminister. Von einer Fieberkurve des Heimatbegriffs sprach Gustav Seibt (in der Süddeutschen Zeitung). Und selbst auf Seiten der Sozialdemokratie regt sich eine neue Aufmerksamkeit für die bisher eher verschämt-verdrängte Thematik (vergleiche Marc Saxer: Das „Projekt“ Heimat, NG/FH 4/2018). Was ist passiert?

Im April veröffentlichte Allensbach die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema. Sie sind von überraschender Eindeutigkeit: „Heimat“ ist kein Begriff des rechten politischen Randes. Heimatverbundenheit ist bei Anhängern aller politischen Parteien annähernd gleich stark (mit Ausnahme der Grünen), Heimatliebe ist offensichtlich keine Frage der parteipolitischen Orientierung. Auch SPD-Wähler fühlen sich zu 76 % Ihrer Heimat stark verbunden. Bei „Heimat“ denken die Befragten vor allem an Kindheit (87 %), an Familie (87 %), an Freunde (84 %), des Weiteren an alte Zeiten (75 %), an Geborgenheit (72 %). Mit Spießigkeit, mit Zwang und Enge verbinden nur 20 % der Befragten den Heimatbegriff. Ein insgesamt freundlicher Befund, der alle Aufregung zu widerlegen scheint.

Aber diese aufgeregte Debatte gibt es ja trotzdem. „Heimat“ ist zum Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen und neuer intellektueller Aufmerksamkeit geworden. „Wir dachten, wenn wir für Wohlstand und Demokratie arbeiten, dann sind alle happy. Aber so einfach ist es offenbar nicht“. Das sagt die Schriftstellerin Juli Zeh mit Blick auf den Wahlerfolg der AfD und drückt damit eine – durchaus sozialdemokratisch getönte – Betroffenheit aus. Um dann eine Erklärung zu versuchen: „Wir erleben eine tiefere Identitätskrise. Wenn man nicht weiß, wer man ist, dann versucht man, sich abzugrenzen, z. B. von Einwanderern. In den vergangenen Jahren wurden unter dem Stichwort Emanzipation viele Gewissheiten über Bord geworfen, auf denen sich sozialer Zusammenhalt stützte. Das war auch richtig. Es wurde allerdings nicht daran gedacht, dass das den Einzelnen überfordern kann, wenn ein Gott, eine Gruppe, ein Patriarch fehlt. Man sucht Rückzugsräume, das kann die Familie sein oder auch die Nation“. Das ist wohl ein zutreffender Befund. Für den es Gründe gibt.

Etwas wird wichtig, wenn es nicht mehr selbstverständlich, wenn es bedroht ist. Das gilt insbesondere für diesen so emotionalen und vertrauten wie historisch belasteten und missbrauchbaren Begriff Heimat. Die radikalen Veränderungsprozesse, die von vielen Menschen als bedrohlich empfundenen Beschleunigungen und Entgrenzungen, die der Begriff Globalisierung zusammenfasst, die Migrationsschübe, die Veränderungen der Arbeitswelt durch die digitale Transformation, die Ängstigungen durch Terrorismus, Gewalt, kriegerische Konflikte, insgesamt das Erleben einer „Welt in Unordnung“ – das alles verstärkt auf offensichtlich dramatische Weise das individuelle und kollektive Bedürfnis nach neuen (und alten) Vergewisserungen und Verankerungen, nach Identität, nach Sicherheit, eben nach Beheimatung. Die Bewältigung dieser Umbrüche ist – individuell wie kollektiv – vor allem auch eine kulturelle Herausforderung. Heimat wird dabei aber zu mehr als einer kulturellen Größe, sie wird zu einem umkämpften politischen Thema. CDU/CSU haben es begriffen. Innen- und Heimatminister Seehofer schreibt: „Für mich ist der Begriff der Heimat zentral, weil er in seiner Vielfältigkeit weniger streitbelastet ist als Leitkultur oder Nation“ (FAZ, 30.4.2018). Die AfD betreibt nationalistische und völkische Politisierung des Heimatbegriffs. Und die Sozialdemokratie?

Sie sollte wissen, dass die Gefühle der Unsicherheit, der Gefährdung des Vertrauten und Gewohnten, der Infragestellung all dessen was Halt gibt und Zusammenhalt sichert, bei denen besonders stark sind, die die SPD wählen oder gewählt haben. Es sind ja nicht die kosmopolitischen Eliten, die Libertären, die auf den Wellen der Globalisierung Surfenden, die Modernisierungsschübe erfolgreich Meisternden, die Entheimatungsbefürchtungen und Entfremdungsängste empfinden. Es sind die Anderen, die die Veränderungen durch Globalisierung und durch das Fremde und die Fremden als Gefährdung ihrer vertrauten Lebenswelt, auch als sozialen Verteilungskonflikt erfahren. Das muss die Sozialdemokratie angehen!

Ängste sind soziale und politische Realitäten. Man überwindet sie nicht, in dem man sie für dumm oder einfach unbegründet erklärt. Ängste kann man auch ausbeuten und parteipolitisch instrumentalisieren, die AfD tut das ziemlich erfolgreich. Man kann sie aber auch ernst nehmen und beantworten, also die ängstigenden Probleme zu lösen versuchen. Das müsste – eigentlich selbstverständlich – der sozialdemokratische Weg sein. Für Sozialdemokraten sollte das heißen; Das aktuell drängendste, die Gesellschaft am stärksten spaltende Problem – die Integration der großen Zahl von Flüchtlingen – verlangt eine doppelte Perspektive, muss als doppelte Aufgabe begriffen und zu lösen versucht werden: Die zu uns Gekommenen sollen, sofern sie hier bleiben wollen und können, heimisch werden im bisher fremden Land – und den Einheimischen soll das eigene Land nicht fremd werden, sondern heimisch bleiben.

Heimisch werden, heimisch sein heißt, die gleiche Chance zur Teilhabe an den öffentlichen Gütern des Landes zu haben, also an Bildung, Arbeit, sozialer Sicherheit, Demokratie und Kultur. Es heißt, menschliche Sicherheit und Beheimatung zu erfahren, was mehr ist als Politik allein zu leisten vermag, sondern Aufgabe vor allem der Zivilgesellschaft ist, ihre Strukturen und Gesellungsformen, von deren Einladungs- oder Abweisungscharakter, also von unserem Engagement, unserer Solidarität als Bürger des Einwanderungslandes Deutschland abhängt, also davon, ob Deutschland eine Einwanderungsgesellschaft zu werden vermag.

Ob das gelingt, ist allerdings nicht nur Sache des guten Willens, des Edelmuts der Bürger. Der Staat ist in allen seinen Facetten gefordert, die praktische Problemlösung der Aufnahme und Integration so vieler Flüchtlinge zu bewältigen. Dabei muss man wissen und darf es – auch als Sozialdemokrat – aussprechen: Je größer die Zahl der zu uns Kommenden, umso größer die Integrationsprobleme. Deshalb sind ja fast alle verantwortlichen demokratischen Politiker der Meinung, dass Regelungen und eben auch Begrenzungen der Zuwanderung unvermeidlich sind. Der Streit geht darüber, wie das politisch vernünftig, rechtlich einwandfrei und menschlich anständig gelingen kann. Und dieser Streit ist auch unvermeidlich.

 

Kann man, sollte man, zumal als Sozialdemokrat, Heimat zu einem „Projekt“ machen – über das notwendige Beheimatungsprojekt für die zu uns gekommenen Flüchtlinge hinaus? Marc Saxer jedenfalls spricht davon (vergleiche NG/FH 4/2018) und ich stimme ihm ausdrücklich zu. Die Schwierigkeiten allerdings sind immens: Inwieweit kann und soll man Heimat (und was an ihr)  zum Gegenstand von Politik machen, wie sie zum Ziel politischen Handelns machen, ohne übergriffig zu werden. Ohne sich den Gefahren von Ideologisierung und falscher Politisierung von Heimat auszusetzen, die wir aus unserer deutschen Geschichte kennen! Heimat ist doch wirklich mehr als materielle und soziale Infrastruktur, um die Politik sich wahrlich zu kümmern die ständige Pflicht hat!

Heimat meint ja den immer kulturell geprägten Raum der Vertrautheiten und Geborgenheiten, der emotionalen Bindung und Identifikation, der Anerkennung und Wertschätzung, der Selbstverständlichkeiten und Zuordnungen. Heimat meint die Kenntnis von Ort und Herkunft und Geschichte, die Erfahrung von Gemeinschaftlichkeit des Geworden- und Geprägtseins und meint zugleich eine Hoffnung in die Zukunft hinein. Sie ist immer auch ein Sehnsuchtsort, wie Ernst Bloch es am Schluss seines monumentalen Werks „Prinzip Hoffnung“ unübertrefflich formuliert hat: „Was allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war.“

Wie viele Erinnerungen, Erlebnisse, positive Gefühle verbinden sich mit dem Wort Heimat, gar mit einem emphatischen Begriff von Heimat! Und wie sehr entzieht er sich handlicher, operationalisierbarer Definition. Johann Gottfried Herder schrieb: „Heimat ist der Ort, wo ich mich nicht erklären muss“. Deshalb ist Heimat wohl auch etwas, das man nicht gänzlich rational erklären, sondern eigentlich nur erzählen kann – in Geschichten, so vielfältig und bunt, wie die Menschen sind. Heimat gibt es eigentlich nur als je meine, je unsere Heimat, nur im Plural, als Heimaten. Man kann sie nicht erzwingen oder gar verordnen. Was soll da „Heimatpolitik“ leisten und zustande bringen? Wenn sie das alles freilassen, in Freiheit lassen will, und vernünftigerweise freilassen sollte.

Unterstellt man, wovon ich überzeugt bin, dass alle Menschen (gewiss unterschiedlich intensiv) das Bedürfnis nach Beheimatung haben, dann gibt es eine politische Verantwortung dafür, dass Menschen (möglichst viele, im Idealfall alle) heimisch werden und heimisch sein können, dass sie die Chance zur Beheimatung erhalten, dass ihr Beheimatungsbedürfnis erfüllt werden kann – in unserem Land als dem Verantwortungsbereich deutscher Politik. Eine solche Vorstellung von Heimat als (im weitesten Sinne des Wortes) politische Aufgabe der Beheimatung nimmt dem Heimatbegriff alles Starre, Konservative, Reaktionäre. Heimat als Prozess von  Beheimatung(en) ist dann weder sozial noch ethnisch noch religiös exklusiv. Ein solcher, „linker“ Heimatbegriff zielt auf die Kräfte und Dimensionen von Beheimatung, macht diese zum Gegenstand politischer und kultureller Aufmerksamkeit und politischen und kulturellen Handelns.

Dann kümmert sich Politik um die wesentlichen Beheimatungsdimensionen von Menschen, die der politischen Gestaltung und Förderung zugänglich sind. Das beginnt mit der Förderung der Familie, dem ersten Ort der Erfahrung von Zuhause, von Geborgenheit. Geht weiter mit der Sicherung des elementaren Menschrechts auf menschenwürdiges Wohnen. Geht weiter mit dem Schutz der Kindheit, den gleichen Bildungschancen, der fairen Zugänglichkeit zu einem guten Schulsystem für alle Kinder, egal woher sie sozial oder ethnisch oder geografisch kommen. Es folgt der Schutz und die Förderung der Natur, der Umwelt, der Landschaften, der Orte, die uns Vertrautheiten und Wohlbefinden ermöglichen, der Schutz und die Pflege lokaler kultureller Traditionen, der geschichtlich geprägten Räume und Symbole von Gemeinschaftlichkeit (auch und gerade gegen deren Zerstörung durch die zerstörerischen Kräfte von marktgesteuerten „Modernisierungen“).

Sozialdemokratische Beheimatungspolitik muss bestimmt sein vom Sinn für soziale Netzwerke, für das Funktionieren und die Lebendigkeit von Gemeinschaftlichkeitsformen. Sie fördert die Vielfalt von Vereinen und Verbänden und das reiche ehrenamtliche Engagement, das ganz wesentlich das erzeugt, was Menschen als ihre Heimat empfinden. Die Pflege dieses sozialen Kapitals muss ein Zentrum von Beheimatungspolitik sein. Zu den wichtigen Beheimatungskräften gehören auch die Kirchen, die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, ohne deren ideelle und moralische Motivation und ohne deren soziales Beziehungsgeflecht Heimat für viele Menschen nicht möglich erscheint. Die Kirchengemeinde ist eben Heimat für die Gemeinschaft der Gläubigen, Kirchen wie Moscheen und Synagogen sind Begegnungsorte. Man solle die Kirche im Dorf lassen, das ist auch der Wunsch nach Erkennbarkeit des Heimatortes.

Sozialdemokratische Politik muss vor allem auch ganz praktisch auf die Gestaltung der materiellen Voraussetzungen von Beheimatung zielen. Arbeit zu haben, zählt selbstverständlich zu den elementaren Voraussetzungen, sich heimisch fühlen zu können. Arbeitslos macht auch heimatlos, weil es die Lebensmöglichkeiten radikal einschränkt. Und ohne öffentliche Daseinsfürsorge ist Beheimatung nicht recht möglich, die öffentliche Infrastruktur bestimmt die materielle Qualität von Heimat. Ob Kommunen als lebenswert empfunden werden, hängt ganz wesentlich von deren sozialer, verkehrlicher, technischer und kultureller Infrastruktur, von deren Angebot an Dienstleistungen ab. Für den Umfang und die Qualität der öffentlichen Güter (auch der öffentlichen Sicherheit), also deren gerechte und faire Zugänglichkeit trägt demokratische Politik die Verantwortung. Sozialdemokratische Beheimatungspolitik muss sich deshalb um die Verteidigung oder Rückgewinnung der öffentlichen Räume kümmern und deren Privatisierung und deren vollständiger Unterwerfung unter Marktmechanismen widerstehen.

Beheimatungspolitik ist in ihrem eigentlichen Zentrum aber Bildungs- und Kulturpolitik. Heimat ist ja nichts Leeres, sie ist immer ein geschichtlich und kulturell geprägter Ort und Raum und Prozess. Diese Prägung kennenzulernen, in sie hineinzuwachsen, sie einzuüben, das ist Aneignung von Heimat. Das es in der Schule Heimatkunde-Unterricht gibt, ist deshalb nichts Reaktionäres, sondern etwas höchst Vernünftiges. Einen Kanon an geschichtlichem und kulturellem Wissen zu erwerben, in dessen Zentrum die Geschichte und Kultur des eigenen Landes stehen sollten, das ermöglicht erst die Chance zur geschichtlich-kulturellen Beheimatung im Hier. Ein solcher Kanon, wie wenig er endgültig fixiert sein mag, ist eine bildungspolitische Aufgabe der Schulen. „Das Eigene muss so gut gelernt sein, wie das Fremde“, kann man bei Hölderlin lesen. Dies ist ein Baustein zur Bildung kultureller Identität, die durchaus nicht der Abgrenzung und Ausgrenzung bedarf, sondern der Vergewisserung und Förderung gelassenen kulturellen Selbstbewusstseins dient, die Voraussetzung für Offenheit gegenüber Neuem und Fremdem ist.

Heimat ist die Alltagskultur, also unsere Lebensweise, die üblichen und vertrauten Sitten und Gebräuche, die Abläufe und der Rhythmus des täglichen Lebens, die Formen des Umgangs und der Kommunikation miteinander, also auch die gemeinsame Sprache. Dass unsere Landessprache – im Unterschied zu den meisten europäischen Ländern – keinen Platz in der Verfassung hat (und vor allem auf Vorbehalte von links stößt), will mir befremdlich erscheinen, weil doch von allen betont wird, deutsch zu lernen sei der erste und wichtigste Integrationsschritt.

Der Jurist und Autor Bernhard Schlink hat Leitkultur definiert als „Inbegriff der Erwartungen, deren Erfüllung wir im alltäglichen Umgang miteinander voraussetzen und an denen wir festhalten“. Dies halte ich für eine zutreffende und praktikable, weil angenehm unpathetische und unideologische Bestimmung. Leitkultur ist eben mehr und anderes, als unser Grundgesetz, wie gerade Sozialdemokraten behaupten. Die Erwartungen, von denen Schlink spricht, speisen sich aus unseren Traditionen und kulturellen Prägungen. Sie zu kennen und sich auf sie einzulassen, das ist keine unangemessene Forderung – weder gegenüber den nachwachsenden Generationen, noch gegenüber den zu uns Gekommenen, gegenüber Flüchtlingen. Wir haben dazu einzuladen und zu ermöglichen, dass diese Integration gelingt. „Wenn wir selbst nicht wissen, wofür wir stehen, wie sollte da Integration gelingen“ (Hamed Abdel Samad).

 

Heimat ist ein Geflecht von Normen und Wertüberzeugungen, von Tugenden und Verhaltensweisen, von Regeln und Gewohnheiten durchaus vielfältiger, aber doch fassbarer Art. Diese sind gewiss in Bewegung aber doch nicht beliebig. Deren Kern ist formuliert in unserer Verfassung. Die grundgesetzliche Werteordnung ist das Fundament unserer Heimat und darf niemals zur Disposition stehen. Mit dem Blick auf das Grundgesetz und auf unsere rechts- und sozialstaatliche Ordnung lässt sich durchaus pathetisch sagen: Unser Land ist und soll sein: Heimat der Menschenrechte, der Grundfreiheiten, des Rechts und der Toleranz, der Erinnerungskultur, der Weltoffenheit. Heimat ist also auch ein hoher Anspruch. Diesen Anspruch haben wir zu verteidigen gegen jede völkische, ethnische, soziale Verengung und Verfälschung. Diesem Anspruch zu genügen, auch das ist Ziel und Verantwortung von Beheimatungspolitik. Heimat ist ein Begriff der Selbstachtung und nicht der Ausschließung. „Wer sich selbst nicht achtet, kann keine Achtung von anderen erwarten“ (Navid Kermani). Die Sozialdemokratie jedenfalls sollte ihre gelegentlich verschämt-aggressive oder auch ungeschickt-hilflose Abwehr gegen „Heimat“ (in all ihren emotionalen und intellektuellen Höhen und Untiefen) überwinden und Arbeit für und an Beheimatung als eines ihrer wichtigen politischen Ziele begreifen – denn gerade ihre Anhänger und (möglichen) Wähler sind darauf angewiesen.