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11. Februar 2010

Haushaltssperre gefährdet Berliner Orchester und Chöre

Gestern hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Erhöhung der Mittel für die Rundfunk Orchester und Chöre Berlin GmbH (ROC) gesperrt und die Entsperrung an die Vorlage eines Konzepts zur Zukunft der beiden Orchester DSO und RSB und der Chöre geknüpft. Dazu erklärt Vizepräsident und zuständige kulturpolitische Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Wolfgang Thierse:

Mit der Sperrung der mit den Gesellschaftern fest vereinbarten Mittel haben gestern CDU- und FDP-Haushaltspolitiker eine kunstfremde und kulturfeindliche Entscheidung getroffen. Sie gefährdet die Zukunft der in der ROC zusammengeschlossenen Orchester und Chöre von solch herausragender Qualität und internationaler Bedeutung.

Erst im Dezember hatte der Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Diskussion über die Fusion der beiden Orchester für beendet erklärt und zugesagt, dass künftige Entscheidungen über die ROC in Ruhe und mit allen Beteiligten diskutiert werden. Jetzt aber sollen offensichtlich fernab jeder kulturpolitischen Verantwortung Nägel mit Köpfen gemacht werden. Dabei wäre nach dem Wirbel im Dezember für die Zukunft der Orchester nichts wichtiger, als sie erst einmal wieder zurück in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Die Diskussion über die Zukunft der ROC - über andere Trägerschaften, Einsparpotenziale, Zusammenlegung oder über das Fortbestehen der ROC in der jetzigen Form - darf nicht unter dem Damoklesschwert von Mittelstreichungen erfolgen.

CDU und FDP setzen sich absichtsvoll dem Verdacht aus, hervorragende Orchester und Chöre mutwillig zu zerstören. Wenn solches Vorgehen Schule macht - mit Billigung von Bernd Neumann? - wissen wir, was der Kultur in Deutschland blühen wird.

 
 

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