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24. März 2012

© © petplei / pixelio.de

 

Thierse: „Von den Künsten können wir gar nicht genug haben“

„Der Kulturinfarkt: Von allem zu viel und überall das Gleiche “ heißt ein Buch, das gerade Furore macht mit der Forderung, die Kulturförderung massiv zu kürzen. Als „neoliberale Streitschrift“ bezeichnet Wolfgang Thierse das Buch im „Tagesspiegel“.

Den Vizepräsident des Bundestages und Vorsitzenden des Kulturforums der Sozialdemokratie erinnert das Buch an „die Methode Sarrazin“: eine gehörige Portion Alarmismus, „Vermengung von Kritisierbarem mit populistischen Vorurteilen, lockerer Umgang mit Zahlen, Vereinfachung und radikale Forderungen“.

Kulturförderung ist Investition, nicht Subvention

Grundsätzlich befürwortet Thierse die Debatte über Kulturförderung, „denn Kulturpolitik ist immer Wertentscheidung, die sich öffentlichem Gespräch stellen muss.“ Kultur könne nicht alle  Probleme lösen und eine Institution müsse nicht unbedingt weiter existieren, nur weil sie schon lange subventioniert sei, so Thierse. Er kritisiert allerdings den Feldzug der vier Autoren – allesamt Kulturmanager – gegen die sogenannte Subventionskultur. Denn inzwischen habe selbst die politische Klasse gelernt: „Kulturförderung ist eben keine Subvention, sondern Investition“.

Die Förderung von Kultur um die Hälfte zu kürzen, wie es den Autoren vorschwebt, hält Thierse für zynisch. Den Abschied von der „Kultur für alle“ könnten sich nur Gebildetere, Besserverdienende und Eliten leisten. Der Politiker betont: „Soziale Exklusion hat auch kulturelle Ursachen, kulturelle Exklusion verfestigt sich zur sozialen Exklusion. Sozialtransfers allein werden die Situation nicht verbessern, es kommt vielmehr gerade auf Teilhabe an Bildung und Kultur an.“

Thierse unterstreicht, dass Kulturpolitik Orte und Möglichkeiten des gesellschaftlichen Selbstgesprächs jenseits von Kunstmarkt und Kulturindustrie verteidigen und stärken müsse. „Deshalb ist das ‚Von allem zu viel’ der neoliberalen Streitschrift vom Kopf auf die Füße zu stellen: Von Kultur, von den Künsten können wir gar nicht genug haben!“

Den ganzen Kommentar gibt es hier...

 

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