17. Dezember 2009

Union verantwortlich für Rücktritt Szarotas

Zum Verzicht des polnischen Historikers Professor Tomasz Szarota auf die Mitarbeit im wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung erklären die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Angelica Schwall-Düren und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse:

Für den Rückzug des renommierten polnischen Historikers aus dem Stiftungsprojekt tragen CDU/CSU die volle Verantwortung. Als sie in einem Brief an Außenminister Westerwelle die Aufklärung über "die persönlichen Hintergründe und Lebensläufe der polnischen Beiratsmitglieder" verlangten, glänzten Abgeordnete der Union jüngst nicht nur mit beschämender Unwissenheit über die Stiftungsstrukturen, sondern unterschritten mit ihrem Versuch, den polnischen Beitrag und den einzigen polnischen Berater des "sichtbaren Zeichens" in Verruf zu bringen, auch jegliches Niveau an Sachlichkeit.

Aus polnischen Medienberichten geht deutlich hervor, dass der Wissenschaftler schlicht die Konsequenz gezogen hat aus der fehlenden Intervention der Kanzlerin und des Stiftungsdirektors und damit aus der ignoranten Arbeitsweise der Stiftungsleitung in Bezug auf die offenen Angriffe der Politiker der CDU/CSU-Fraktion.

Statt endlich einzulenken, unterschlägt die Union jetzt auch noch die wahren Gründe für den Rücktritt des renommierten polnischen Wissenschaftlers und versucht die Verantwortung Außenminister Westerwelle in die Schuhe zu schieben. Die unverschämten Unterstellungen ihrer Unionskollegen muss die Bundeskanzlerin sofort unterbinden, bevor das Stiftungsprojekt zu einem internationalen Fiasko wird.