9. Juni 2011

Heimkindern zügig, wirksam und diskrimierungsfrei helfen

Anlässlich der heutigen Debatte zum Antrag "Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam helfen" von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler:

"Der Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen macht den Weg frei für wirksame Hilfen für ehemalige Heimkinder in Ost und West. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, so schnell wie möglich die Empfehlungen des Runden Tisches "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren", der das Schicksal von Heimkindern in Westdeutschland aufgearbeitet hat, umzusetzen. Dazu zählen der Zugang zu Beratung, rehabilitative und finanzielle Maßnahmen. Leid und Unrecht erlitten Kinder und Jugendliche auch in Heimen der ehemaligen DDR.

Wir begrüßen, dass auch für diese Betroffenen so schnell wie möglich gleichwertige Hilfen gewährt werden sollen. Dazu muss die Bundesregierung zügig in Verhandlungen mit den entsprechenden Ländern treten, um eine solide Finanzierung zu gewährleisten. Das unvorstellbare Leid und Unrecht, das den Kindern zugefügt wurde, kann nicht rückgängig gemacht werden. Es ist aber für die Betroffenen wichtig, dass ihr Leid anerkannt und aufgearbeitet wird.

Der Runde Tisch Heimerziehung hat hier Pionierarbeit geleistet. Er hat eine wichtige gesellschaftliche Diskussion über Misshandlung und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Gang gebracht. So konnte das Schweigen gebrochen werden. Dafür danken wir allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern."